Checkliste zur Vorbereitung auf dein Volunteering

Wenn ich an die Projekte denke und die Möglichkeiten sich als Volunteer einzubringen, kommen mir direkt Bilder von der Versorgung bedürftiger Orang-Utan-Babies auf Borneo in den Kopf oder eine Meeresschildkröte in Costa Rica bei der Eiablage. Doch bevor ich mich zu den Projekten begebe, sind einige wichtige Entscheidungen und Vorbereitungen zu treffen. Zunächst muss ich mich für ein Projekt entscheiden. So simpel sich das anhören mag, so komplex ist diese Entscheidung. Vor allem das eigene Interesse, die innere Verbundenheit zum Fokus des Projektes und der für mich selber vorgesehenen Arbeit dort sollte im Vordergrund stehen. Doch auch meine Fähigkeiten müssen bedacht werden. Bin ich überhaupt körperlich in der Lage, die Arbeit zu verrichten? Habe ich besondere Zusatzqualifikationen, die ich einbringen kann? Je nach Klimazone kann ich mich vor Ort eventuell sehr unwohl fühlen, weil mich die Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Winde oder Insekten massiv stören und reizen. Hier spielt teils auch die Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Wie naturverbunden bin ich? Bin ich bereit, täglich im Wald zu buddeln und zu schwitzen oder fühle ich mich auf einem Schiff auf See beim Studieren von Blauwalen auch trotz starker Winde wohler? Die Unterkünfte der einzelnen Projekte sind dazu von sehr unterschiedlicher Qualität. Ich muss mir bewusst sein, wie viel Sicherheit mir in meiner Arbeitsumgebung wichtig ist und wie viel unkalkulierbares Abenteuer ich bereit bin einzugehen. Wie gut spreche ich die Sprache, in der gearbeitet wird und die vor Ort im Land gesprochen wird? Die Frage, was mir wichtig ist und welche Unannehmlichkeiten ich bereit bin einzugehen, ist sehr wichtig, damit ich vor Ort die positiven Aspekte der Arbeit in den Vordergrund stellen kann und neue Erfahrungen und Eindrücke genießen kann.


Habe ich soweit eine grundsätzliche Vorstellung, wonach ich suche, gilt es zu klären, wie viel Zeit ich investieren möchte. Die Mitarbeit kann je nach Projekt sehr unterschiedliche Arbeitszeiten erfordern, somit auch teilweise Schichtarbeit, Nachtdienste und variierende Arbeitszeiten pro Tag. Die Teilnahme kann eine Woche, aber auch ein Jahr dauern. Wie lange kann ich von meiner regulären Arbeit freigestellt werden und wie lange kann ich mir finanziell wie auch meine berufliche Zukunft im Auge behaltend eine Auszeit leisten. Hier schließt sich die Frage nach der Finanzierung an. Die Unkosten für Unterkunft, Verpflegung, Anreise, Versicherungen, Visa, Impfungen und neu anzuschaffende Ausrüstung müssen getragen werden. Welche Versicherungen brauche ich? Gerade diese eher administrativen Aufgaben sollten frühzeitig bedacht werden. Visabeschaffungen können einige Zeit in Anspruch nehmen. Das Auswärtige Amt gibt stets aktuelle und verlässliche Auskunft über die Anforderungen der einzelnen Länder zu Visa, Impfungen und Informationen zur Sicherheitslage und weiteren touristisch relevanten Aspekten des Ziellandes. Ein Besuch der Internetseite des Auswärtigen Amtes sollte auf keinen Fall fehlen!


Es wird bereits deutlich, dass die Vorbereitungen sehr viel zeitintensiver sein können als zunächst berücksichtigt. Daher sollte mit der Planung und Bewerbung auf ein Projekt frühzeitig begonnen werden. Der Vorfreude wird somit bei guter Planung auch mehr Zeit zum Genießen eingeräumt!